Was heißt der Begriff „Psychosomatik“?

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Das Wort „Psychosomatik“ stammt aus der altgriechischen Sprache: „psyche“ bedeutet „Seele“ und „Soma“, Körper oder Leib. Psychosomatik ist dann ein Begriff, der sich mit der Verbindung zwischen Körper und Seele auseinandersetzt und bezieht sich sowohl auf die Heilkunde als auch die Wissenschaft in diesem Zusammenhang. In der Medizin und in der Psychologie ist die Psychosomatik dann eine Betrachtungsweise und Lehre, in der Gesundheit und Krankheit in der Verflechtung von körperlichen Vorgängen, seelischen Prozessen und sozialen Lebensbedingungen angesehen wird.

Zum Bereich der Psychosomatik zählen beispielsweise physiologisch-funktionelle Störungen, die als Begleiterscheinungen von Emotionen und Konflikten sowie als direkte oder indirekte Reaktion auf psychische oder physische Traumata auftreten, wie:

  • Herz-Kreislaufbeschwerden mit Beklemmungsgefühlen, Herzstolpern, Druckgefühle im Brustraum
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Reizmagen, Reizdarm mit Übelkeit, Völlegefühl, vermehrten Blähungen, Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen
  • Blasenbeschwerden mit Reizblase, chronisch orogenitaler Schmerz, Prostataschmerzen
  • Chronische Schmerzzustände, wie chronische Rückenschmerzen
Es zählen auch zu der Bereich der Psychosomatik Konversionsstörungen , Hypnochondrie, somatoforme Störungen (Beschwerden wofür kein organischer Befund nachweisbar ist) sowie gestörte Gesundheitsverhalten, wie Rauchen, Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Ein Beispiel wie der Zusammenhang zwischen Körper und Geist funktioniert: ein Mann erlebt über einem längerem Zeitraum neurotische Angstzustände. Cortisol und Adrenalin werden als Folge laufend in seinen Körper ausgeschüttert und seine Magen-Darm-Peristaltik wird hemmt. Dies führt zu einer Verdauungsstörung.

Eine wesentliche Rolle in diesem Prozess spielen auch angeborene (Erbanlage), auslösende (z.B. familiäre, traumatische) und Krankheitserhaltende (z.B. kognitive und Wahrnehmungsmuster) Faktoren. Das heißt, man hat eine Anlage oder veranlagte Neigung zu gewissen Verhaltensweisen (z.B. die Familie neigt zu autoaggressiven Verhaltensweisen) und kombiniert mit der individuellen Persönlichkeit (z.B. jemand nimmt die Sachen meistens negativ wahr) und bestimmte Situationen, die wie Katalysatoren wirken (z.B. jemand wird von seinem Vorgesetzten angeschrien), werden (krankmachende) Verhaltensweisen ausgelöst (z.B. jemand spürt Angst und spannt seine Muskulatur an, um den Angst zu unterdrucken).

Es ist nicht immer möglich, dass wir diese Verflechtungen oder sogar unsere Gefühle bewusst erkennen und wahrnehmen können. Vieles läuft auf einer unbewussten Ebene und stammt aus der Kindheit und aus Entwicklungsphasen, wo wir stecken geblieben sind. Viele Leute sind erst bewusst, dass es ein Problem gibt, wenn der Körper sich im Auftrag des Geistes zum Wort meldet und anhand physischer Krankheitssymptomen seinen Hilfeschrei ausdruckt.