Erholungswert im und nach dem Urlaub optimieren

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Hier finden Sie Ideen zur Optimierung vom Erholungswert in und nach dem Urlaub. Geläufige Fragen, wie etwa „wie verlasse ich meinen Job mit einem ruhigen Gewissen?“ oder „Wie kann ich das Urlaubsfeeling in den Alltag mitnehmen?“ werden gestellt und dann beantwortet.

Wie verlasse ich den Job mit einem ruhigem Gewissen?

Es ist wichtig, rechtzeitig mit der Urlaubsplanung zu beginnen, und das schließt auch die Übergabe von beruflichen Projekten mit ein. Versuchen Sie, kurz vor dem Urlaub keine neuen Projekte mehr anzunehmen und machen Sie rechtzeitig eine Übergabeliste und im Idealfall einen Übergabetermin mit Ihren Kollegen. Rechtzeitig heißt nicht eine Stunde bevor Sie das Büro in Richtung Urlaub verlassen! Diese Stunde sollte lediglich dem Aufräumen des Schreibtisches und dem Smalltalk mit Ihren Kollegen über den bevorstehenden Urlaub dienen.

Eine Liste unerledigte Aufgaben kann auch hilfreich sein, ihr Gewissen zu beruhigen, dass Sie auf nichts vergessen und sich nach dem Urlaub darum kümmern. Aber erst nachdem Sie sich erholt haben. Erinnern Sie Ihr Gewissen vielleicht auch daran, dass es ganz unverantwortlich und ungewissenhaft ist, sich nicht zu erholen. Denn nur so können Sie die Leistung bringen, nach der sich Ihr Gewissen sehnt.

Stellen Sie sich auch der Tatsache, dass nie alle beruflichen Aufgaben erledigt sein können, und vertrauen Sie Ihren Kollegen, dass sie eine gewisse Zeit auch ohne Sie auskommen. Umgekehrt geht es ja auch!

Wie kann ich das Urlaubsfeeling in den Alltag mitnehmen?

Sie können einen gewünschten Gefühlszustand – das „Urlaubsfeeling“ an einen Auslöser „verankern“, der es ihnen ermöglicht, jederzeit Zugang zu diesem Gefühl zu bekommen.

Ein Anker kann eine Geste, eine Berührung, ein Bild, aber auch ein Ton, ein Wort oder ein Geruch sein. Anker, die Sie sehr einfach ins Büro mitnehmen können sind Fotos, Souvenirs, im Urlaub gekaufte Kleider oder auch Musik.

Manche Menschen fällt es leichter über Körpereindrücke, Gefühle zu verankern. Gehören zu diesen Menschen, dann suchen Sie im Urlaub einen ganz besonderen Ort, den Sie bewusst mit allen Sinnen genießen – was hören, sehen, fühlen, vielleicht sogar schmecken oder riechen Sie? Setzen Sie dann irgendwo an Ihrem Körper einen „Anker“, der Sie an diesen Ort erinnert z.B. drücken Sie die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger. Wiederholen Sie das im Urlaub mindestens drei Mal, damit der Anker wirklich fest sitzt. Durch das Auslösen des „Ankers“ können Sie das Urlaubsfeeling in den Alltag holen.

Wie bekomme ich im Urlaub die Arbeit aus dem Kopf?

Am besten durch Ablenkung! Machen Sie etwas, das Sie gerne tun – Sport, Spielen mit den Kindern, ein gutes Gespräch, Lesen, Yoga und Co. Stellen Sie sich die Frage mit welchen Aktivitäten Sie sich in der Vergangenheit gut abgelenkt haben bzw. was Sie entspannt hat – machen Sie mehr davon!

Und falls das nicht funktioniert gibt es eine gute Unterbrechungsübung: Konzentrieren Sie sich zuerst auf ein Ding, das sie sehen, ein Geräusch, das Sie hören, eine Empfindung auf ihrer Haut. Setzen Sie die Übung fort mit zwei Dingen, zwei Geräuschen…. dann drei Dingen, drei Geräuschen etc.

Viele Leute erleben diese Übung als sehr hilfreich für den Umgang mit störenden Gedanken.

Sollte man gleich in den Flieger steigen oder erst 1-2 Tage warten, bevor es in die Ferien geht?

Für diese Frage gibt es keine universelle Antwort, das hängt vom jeweiligen Menschentyp ab. Manche Menschen können erst abschalten, wenn sie eine räumliche Trennung vom Alltag erleben, andere Menschen wollen noch in Ruhe ein paar Tage zu Hause genießen, bevor es losgeht.

Wichtig ist: Urlaub ist als Ritual zu sehen. Und Rituale funktionieren dann am besten, wenn der Unterschied zu normalen, alltäglichen Tätigkeiten am größten ist. Feiern Sie den Ritualübergang zum Urlaub, um dies geistig zu markieren. Entscheiden Sie, wann der Urlaub für Sie anfängt. Erst am Flughafen oder vielleicht bei einem feierlichen Essen am Abend ihres letzten Arbeitstages oder schon beim Einkaufen der Sonnencreme, Urlaubslektüre und beim Packen des Koffers. Markieren Sie bewusst diesen Zeitpunkt „Ich lasse den Arbeits-Alltag hinter mir, und jetzt beginnen Urlaub und Entspannung“.

Wie lange braucht man, um richtig zu relaxen?

Auch das ist ganz unterschiedlich, Übung spielt hier aber eine große Rolle. Gut und schnell entspannen zu können, will gelernt sein. Je mehr Sie geübt haben, umso schneller kann ihr Gehirn die Programme im Gange setzen, die zur Entspannung führen. Fangen Sie mit der Übung jetzt im Urlaub an, und machen Sie sich aber keinen Stress, wenn es nicht sofort klappt. Verlassen Sie sich auf ihr intuitives körperliches Wissen, dass ihr Körper ganz alleine und automatisch entspannen wird, wenn er so weit ist! Genießen Sie bewusst, jedes neue Gefühl zusätzlicher Abspannung.

Was sollte man im Urlaub keineswegs tun? (zB Handy mitnehmen, etc)

Wie schon erwähnt ist Urlaub ein Ritual, das den Unterschied zwischen Alltag bzw. Arbeitstag und einem Entspannungs- bzw. Erholungsraum markiert. Je besser Sie diese Grenze markieren, umso höher steigen die Chancen, dass Ihnen dieses Ritual gelingt. Alles, was dazu führen könnte, die Grenze verschwimmen zu lassen (Mitnahme von Handy, Laptop, Fachbüchern), verschlechtert Ihre Chancen. Auch Kleider können diese Grenze gut markieren – daher am besten Hawaii-Hemd und nicht Sakko oder Business-Kostüm anziehen!

Wie kann man den Abschiedsschmerz in den letzten Urlaubstagen mildern?

All unsere Emotionen haben einen Informationsgehalt und dienen dazu, wichtige Botschaften an uns heranzutragen. Abschiedsschmerz hat auch eine solche Funktion. Er dient dazu, uns zu erinnern, dass wir etwas Wichtiges und Wertvolles erlebt haben. Er will, dass wir innehalten und uns überlegen, wie wir dafür sorgen können, dass es uns auch in Zukunft genauso gut gehen kann. Menschen, die diese Botschaft ernst nehmen und sich versprechen, sich in absehbarer Zeit wieder eine genussvolle Erholungszeit zu gönnen, merken meistens, dass der Abschiedsschmerz abklingt.

Oft hilft es auch, sich schon vor dem Urlaub schöne Dinge für die Zeit danach zu überlegen – ein Abendessen zu zweit, ein Treffen mit lieben Freunden, ein Ausflug mit der Familie etc.

Nach welchen Kriterien sollte man den Urlaubsort wählen?

Ein Blick in die Reiseprospekte oder Online-Angebote zeigt, wie vielfältig das Angebot ist. Vom Aufenthalt im Kloster bis zu Aktiv-Urlaub im Ferienclub. Überlegen Sie sich, welche Urlaube in der Vergangenheit besonders erfolgreich waren. Wo konnten Sie am besten abschalten, wo hatten Sie den meisten Spaß? Dann überlegen Sie, welche Qualitäten diese Urlaube hatten. Waren Sie am Strand oder in den Bergen, alleine, mit der Familie oder mit Freunden? Haben Sie sich sportlich betätigt, gelesen oder kulinarisch verwöhnen lassen? Und genau nach diesen erfolgsversprechenden Kriterien planen Sie ihren Urlaub. Für viele steht nicht der Urlaubsort im Vordergrund, sondern die Gesellschaft, mit der man auf Urlaub ist oder die Aktivitäten, die man ausüben kann.

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