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Systemische Familientherapie mit Kevin J. Hall, BSc(hons), MSc

Hilfe für Familien (ab 16 Jahren) in 1140 Wien. Gute Anbindung durch U3, Linien 49, 51A und S45.

Ein System ist eine Ganzheit. Jedes Teil ist mit jedem so verbunden, dass jede Änderung eine Änderung des Ganzen bewirkt.
Virgina Satir

Was ist systemische Therapie bzw. systemische Familientherapie?

Kevin Hall, systemischer Familientherapeut

Kevin Hall, systemischer Familientherapeut. Hier wird mit Hilfe eines Familienbrettes “aufgestellt”.

Die systemische Therapie ist neben Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und den humanistischen Therapien eine weitere bedeutende Therapieform. Sie ist in Österreich ein anerkanntes und eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren und wird oft als systemische „Familientherapie“ bezeichnet. Das liegt daran, dass sich systemische Therapie auch als Oberbegriff für eine Vielzahl von Ansätzen und Modellen versteht, die sich aus der Paar- und Familientherapien heraus entwickelt haben.

Prämisse der systemischen Therapie ist, dass soziale (z.B. familiäre, berufliche usf.) Beziehungen in der Therapie berücksichtigt werden. Nach diesem Prinzip liefern Beziehungen nicht nur wichtige Informationen über die Entstehung von Problemen und problemaufrechterhaltenden Mustern, sondern auch Hinweise auf Ressourcen, Kompetenzen und Fähigkeiten.

Überdies ist eine wichtige Idee der systemischen Therapie, dass Menschen in sozialen Systemen gemeinsam ihre Wirklichkeit erzeugen (z.B. die Geschichten, die wir über uns und andere erzählen und hören) und diese Wirklichkeit hat kognitive und emotionelle Auswirkungen, die unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen. Vor diesem Hintergrund will die systemische Therapie Menschen helfen, eine Form der Wirklichkeitskonstruktion zu finden, die für alle Beteiligten zufriedenstellender ist.

Die systemischen Therapie und Beratung wird in den verschiedensten Kontexten eingesetzt: mit Einzelpersonen, Familien, Paaren, Gruppen, aber auch bei Organisationen, Unternehmen und mit Teams. Suchen mehrerer Personen einer Familie therapeutische Hilfe zu einer gewissen Problemlage, dann redet man von (systemischer) Familientherapie.

Was passiert in der Familientherapie?

Nachdem Sie Ihr Interesse an einer Familientherapie bei mir kostenpflichtig. Es kann unter Umständen auch sinnvoll sein, erstmals ein Erstgespräch für sich alleine auszumachen und erst später Familienmitglieder dazu einzuladen. In diesem Fall dauert das Erstgespräch 50 Minuten.

Der Ablauf einer Familientherapie folgt der Struktur der Einzeltherapie aber es werden alle anwesenden Familienmitglieder mit einbezogen. Es wird z.B. ein gemeinsames Ziel gesucht, hinter dem die gesamte Familie stehen kann (wie etwa eine verbesserte Kommunikation miteinander), und es werden alle Familienmitglieder gefragt, was die Erreichung dieses Zieles für sie bedeuten würde und was sie derzeit daran hindert, dieses Ziel zu erreichen. Dabei bleibe ich ein neutraler Gesprächspartner, der in den Interessen der Familie als Gesamtes agiert. Es wird nicht Partei ergriffen, und es soll jeder genug Platz bekommen, seine Anliegen, Meinungen und Ansichten zu erläutern. Jeder soll das Gefühl bekommen, dass er, seine Sichtweisen und bisherige Lebensstrategien von mir wertgeschätzt werden. Jeder soll einen sicheren Raum bekommen, in dem er sich öffnen und entfalten kann.

Als systemischer Familientherapeut bin ich stets bemüht, Bedingungen zu erschaffen, mit deren Hilfe meine KlientInnen ihre Ressourcen (Stärken, Fähigkeiten, als positiv-erlebte Aspekten von Beziehungen) aktivieren können, um in Selbstorganisation zu ihren Zielen gelangen zu können. Ich gehe von der Autonomie meiner KlientInnen aus – sie wissen, was Ihnen gut tut, und nehmen auch nur das, was sie als hilfreich und nützlich erleben mit.

Methoden der systemischen Familientherapie

Die Methoden, die ich bei Sitzungen einsetze, sind vielfältig. Dazu zählen:

Fragetechniken und Gesprächsführungstechniken, die dazu anregen, neue Perspektiven zu schaffen, sowie Selbstreflexion und empathisches Verständnis anzuregen
Die Arbeit mit visualisierenden Techniken wie Familienskulpturen und Aufstellungen
Trancen bzw. Imaginationsübungen
Metapher
Psychoedukative Elemente
„Hausaufgaben“, um den Übergang des Neuerlenten in den Alltag zu erleichtern bzw. um „Forschungsarbeit“ für die nächste Sitzung zu machen

Familientherapie mit einer Co-Therapeutin

Katharina Henz systemische Familientherapeutin

Fr. MMag. Katharina Henz, systemische Familientherapeutin

Es besteht auch die Möglichkeit die Familientherapie mit einer Co-Therapeutin zu machen. Hier arbeiten ich und meiner Kollegin, MMag. Katharina Henz, als Team, um die Familie zu unterstützen. Die Vorteile für die Familie sind:

Es sind beide – männliche und weibliche – Rollenbilder vertreten
Familien sind komplexe Systeme, und ein zweites Paar therapeutischer Augen bietet mehr Möglichkeiten, hier Klarheit zu verschaffen, Ideen zu erzeugen und weitere Perspektiven zu gewinnen
Katharina Henz und ich sind beide sehr unterschiedlich von unseren Einflüssen und Ansätzen. Wir glauben, dass „anders sein“ ein Reichtum ist, und dass eine Familie von unseren unterschiedlichen Stilen sehr profitieren kann.
Wir können das Team für besondere Interventionen nützen, wie etwa als „Reflecting Team“, bei dem wir gemeinsam vor der Familie am Ende der Sitzung ein Gespräch über unsere Ideen und Eindrücke der Sitzung führen.

Bei welchen Problemen ist systemische Familientherapie hilfreich?

Konflikt und Kommunikationsschwierigkeiten in der Familie
Wenn häufig oder heftig gestritten wird; wenn Familienmitglieder das Gefühl haben, sie können Probleme nicht offen aussprechen; wenn in der Familie ein „unterkühltes Klima“ herrscht; wenn Familienmitglieder sich voneinander entfremdet haben
In Phasen von Krisen, Tod und Verlust
Bei Trennungen innerhalb der Familie; bei Todesfällen und Verlusterlebnissen; bei Krankheiten von Familienmitgliedern, die die Familie mitbelasten; bei schwer belastenden Ereignissen, wie etwa Unfälle, Überfälle, Katastrophe, Gewalt und Missbrauch, wenn mehrere Familienmitglieder mitbetroffen sind.
Bei Sucht und Abhängigkeit
Sucht und Abhängigkeit eines Familienmitglieds können die ganze Familie betreffen. Bei Alkohol-, Medikamenten-, Drogen-, Kauf-, Spiel-, Pornografie- und Internetsucht stellt es sich oft als nützlich heraus die Familie miteinzubeziehen. Dadurch werden alle Mitbetroffenen entlaste und die nicht förderlichen Muster innerhalb der Familie werden unterbrochen.
Depression
Depression bei einem Familienmitglied hat oft Auswirkungen auf die ganze Familie. Sie hat auch manchmal seine Wurzel in der unbefriedigenden Gestaltung von wichtigen Beziehungen. Familientherapie kann hier hilfreich sein, Aufschluss darüber zu finden, sowie allen Beteiligten zu helfen, mit der Situation besser klar zu kommen.
Zwänge und Phobien
Manche Menschen verspüren den Drang, gewisse Handlungen (wie etwa Hände waschen oder andere Rituale) auszuführen, um Ängste und Spannungen zu beruhigen. Jene Ängste und Spannungen können manchmal auf eine Beziehungsdynamik innerhalb der Familie bzw. Ängste, die von der Familie geteilt werden, zurückgeführt werden.
Psychosomatik
Manche Menschen führen psychosomatische Beschwerden auf Spannungen in wichtigen Beziehungen zurück. Wenn dies der Fall ist, dann ist es sinnvoll, eine Familien- bzw. eine Paartherapie zu machen, um hier Klarheit zu verschaffen, ob die Symptome von der Beziehungsdynamik aufrechterhalten werden bzw. wie sich die Symptome auf diese Beziehungen auswirken.
Essstörungen
Bulemie, Anorexie, adipöse Verhaltensweisen und Esszwänge haben oft mit Druck und Spannungen innerhalb der Familien zu tun. Diese Essgewohnheiten sind Wege, die eigene Autonomie zu leben. Gleichzeitig sind sie auch Ausdruck für die Hilflosigkeit der Betroffenen, die eigenen Bedürfnisse auf andere, gesündere Art und Weise zu erfüllen.

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