Risikofaktoren für Substanzabhängigkeit

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Es gibt keine einfach kausale Erklärung für die Entstehung einer Abhängigkeit. Der Prozess scheint multikausal zu sein und die auslösenden Faktoren interagieren miteinander, wobei es so scheint, meist auf eine Wechselwirkung der Persönlichkeit des Betroffenen, seinem sozialen Umfeld sowie der Beschaffenheit und Verfügbarkeit der Droge/Substanz anzukommen.

Persönlichkeit und Lebenssituation

Sucht geht meistens mit einer instabilen Persönlichkeit und mangelndes Selbstbewusstsein einher. Wenn das Selbstwertgefühl sehr brüchig und das Bild von sich selbst so unsicher und zersplittert ist bzw. wenn negative Gefühle so massive sind, empfinden es einige, dass das Leben nur mehr durch die Zufuhr von Substanzen erträglich ist. Es kann auch sein, dass Betroffene als Kind erlebt haben, dass Zuwendung zugleich gefährlich und schädigend ist, (z.B. wenn es sehr strenge Sanktionen in der Familie gibt) und deswegen können sie lebenswichtige Zuwendung nicht erfahren, ohne sie zugleich als gefährlich und schädigend zu erleben. Jede Krise in der aktuellen Lebenssituation bringt dann eine besondere Anfälligkeit für Suchtverhalten mit sich.

Das soziale Umfeld

Hier kommt es auf den Zugang und erlebten Umgang mit Substanzen/Genussmitteln in der Herkunftsfamilie und „Peer Group“ (Gleichaltrigen), z.B. welcher Stellenwert hat Alkohol, Nikotin, Medikamente, Essen, Einkaufen, Wetten usw. in der Familie? Erfahrungen in diesen sozialen Gruppen können den Einstieg zu einer Suchtkarriere bahnen bzw. vorhandene Tendenzen verstärken oder eben auch abschwächen. Verstärkend kann z.B. wirken die Idealisierung von Drogen sowie die komplette Verleugnung der Gefahren aber auch die (über-) strenge Ablehnung, die führen kann, dass Drogen mystifiziert werden können.

Beschaffenheit der Droge

Die Eigenschaften der Substanz und die Art ihrer Anwendung haben unterschiedliche psychische und körperliche Wirkungen. Einige Drogen machen schnell süchtig und andere langsamer. Von einigen Drogen wird man körperlich abhängig und von anderen „nur“ psychisch abhängig. Darüber hinaus haben die Erreichbarkeit und soziale Akzeptanz einer Substanz Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, ob sie als Suchtmittel konsumiert wird, z.B. viel mehr Menschen sind von legalen als von illegalen Mitteln abhängig.