Warum Menschen sich selbst so unterschiedlich bewerten

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Die Psychologie besagt: jeder Mensch ist einzigartig. Keine zwei Menschen haben die gleichen Ressourcen (Stärken und Bewältigungsmöglichkeiten) und Schwächen. Jeder Mensch hat eine einzigartige Erbanlage, Familie, Erziehung, Umgebung und jeder Mensch macht unterschiedlich Erfahrungen in seiner Umwelt. So hat jeder dementsprechend auch andere Körperempfindungen und Gefühle. Eine Situation, die von einer Person als schwierig und stressig empfunden wird, könnte von einer anderen Person als lustig und spannend wahrgenommen werden.

Diese ist auf die Bewertung der eigenen Eigenschaften und Fähigkeiten zurückzuführen, d.h. es hängt von dem sogenannten Selbstbild ab, die wir von uns selbst haben. Aus der Kindheit stammt die Basis unseres Selbstbildes. Wir lernen, was wir tun müssen, um die Aufmerksamkeit unserer Eltern zu bekommen und wie wir von ihnen belohnt werden: für einige Kinder, heißt es zurückziehen, für andere gesellig sein, andere müssen wiederum schreien und andere „hilflos“ und schwach sein. Diese Lernerfahrungen bestimmen unsere „innere Regeln“ (Glaubenssätze) und Werte. Einige Leute lernen aus der Kindheit, „ich kann das nicht“ und „ich bin schwach“ und andere lernen wiederum, „ich muss alles selbst in der Hand nehmen“ und „ich darf nicht schwach sein“ usw.

Dieses Selbstbild ist nicht fixiert, sondern ändert sich im Laufe unseres Lebens und die Zusammenfassung unserer Bewertungen, Gedanken und Auffassungen über uns selbst. Ein ungünstiges Selbstbild (minderer Selbstwert) führt dazu, dass man belastende Gefühle erlebt und innere Glaubenssätze, wie etwa „ich bin ein Versager“, „ich bringe nichts auf die Reihe“, Ein günstiges Selbstbild (hoher Selbstwert) führt andererseits dazu, dass man positiver Gefühle erlebt und innere Glaubenssätze, wie etwa „ich kann das“, „ich bin ok“, „die Welt ist schön“ usw.

Laut der berühmten Psychotherapeutin Virginia Satir sei ein ungünstiges Selbstbild bzw. minderer Selbstwert, der Hauptgrund für ungünstige Verhaltensweisen und Kommunikationsstörungen innerhalb der Familie. Ein minderer Selbstwert führe nämlich dazu, dass man die eigene Selbstwirksamkeit niedrig schätze und man fühle sich ausgeliefert, hilflos und schwach. Andererseits wenn man einen hohen Selbstwert habe, fühle man sich z.B. gelassen, stark, mutig und kreativ und könne mit schwierigen Situationen ganz anders umgehen.