Über Rückfälle im Leben: „ich gehe eine Straße entlang“

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Das Leben kann manchmal sehr ärgerlich sein. Wir streben nach Verbesserung und Wachstum und gerade, wenn wir denken, „na endlich habe ich es geknackt“, dann passiert ES (das Böse, der Fehler, der Muster usw.) schon wieder! Manchmal neigen wir dann dazu Gedanken zu haben, sowie „ich habe wieder gescheitert“, „das werde ich nie auf die Reihe kriegen“ und so weiter.

Wir tun dann aber so, als ob wir erwarten, dass uns nie einen Rückfall oder einen Rückschlag passieren darf. Wir erwarten von uns, dass unsere Leistungskurve ständig nach oben geht und keine Schwankungen aufzeigt.

Sogyal Rinpoche bot eine ander Perspektive an …

Autobiographie in 5 Kapiteln (aus dem tibetischen Buch von Leben und vom Sterben)

1.
Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren…Ich bin ohne Hoffnung
Es ist nicht meine Schuld
Es dauert endlos, wieder herauszukommen.

2.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld
Immer noch dauert es so lange, herauszukommen.

3.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein…aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin
Es ist MEINE EIGENE SCHULD.
Ich komme sofort heraus.

4.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

5.
ich gehe eine andere Straße.