Warum Menschen anders krank werden als Tiere

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Es gibt Krankheiten, die man bei Menschen und auch bei Tieren findet, wie welche, die von ansteckenden Bakterien und Viren, sowie Parasiten und Gift usw. verursacht werden. Authur Jores (1970) nennt solche Krankheiten unspezifisch menschliche Krankheiten. Spezifische menschliche Krankheiten sagte er, sind welche, die ausschließlich bei Menschen vorkommen. Sowie gewisse Krankheiten ausschließlich bei gewissen Tiergruppen (z.B. Fische, Vögel, Säugetiere) gibt, gibt es auch spezifisch menschliche Krankheiten, die mit vom Mensch geschaffenen Bedingungen sowie der einzigartigen Architektur und Kognition des menschlichen Hirns zusammenhängen. Solche Krankheiten sind spezifisch menschlich und es gibt sie bei keinen anderen Lebewesen.

Spezifisch menschliche Krankheiten werden durch die Wirkung von äußeren Einflüssen auf der Psyche oder durch eine innere Störung der Psyche verursacht. Solche sind als Geisteskrankheiten, Verhaltensstörungen und psychosomatische Erkrankungen zu erkennen. Beispiele des Letzteren sind Magengeschwüre, allergische Hautkrankheiten, Asthma, Fettsucht, Bluthochdruck und chronische Migräne. Solche Krankheiten sind bei Tiere im Großen und Ganzen nicht zu finden und dann nur wenn sich der Mensch in der Umwelt von den Tieren eingreift, z.B. Fettsucht gibt es bei Tieren nur wenn sie von Menschen überfuttert werden.

Die Struktur des menschlichen Gehirns unterscheidet sich von jener der Tiere. Der Mensch ist mit Bewusstsein, Verstand, Sprache und ein Gefühlsleben ausgestattet und dies definiert die Einzigartigkeit der menschlichen Psyche. Menschen schaffen auch Umweltbedingungen und psychosoziale Umstände, die einen Einfluss auf die geistig-seelische Strukturen anderer Menschen haben, d.h. sie schaffen Lebens- und Arbeitsbedingungen mit denen andere Menschen leben müssen. Unsere moderne Hochleistungskultur ist ein Beispiel davon und hat sicher dazu beigetragen, dass Burnout-Syndrom immer häufiger auftritt. Bei Tieren kommt Burnout de Facto nicht vor!

Viele Einflüsse auf Seele und Geist sind auch erst mit einer hochentwickelten Kommunikation möglich, die es unter Tieren nicht gibt. Ein Beispiel: eine Familie hat ein krankmachendes Kommunikationsmuster – die Familienmitglieder werten einander laufend ab. Unsere Kommunikation mit uns selbst – unsere Glauben, unsere Werte und was wir uns selbst sagen – hat auch einen wesentlichen Einfluss darauf, ob wir uns erkranken oder nicht. Sind wir fest davon überzeugt, dass wir uns erkranken werden, dann werden wir auch krank! Sind wir von unserer Gesundheit überzeugt und legen wir viel Wert darauf (indem wir uns bewegen, gesund ernähren usw.) dann besteht eine viele höhere Wahrscheinlichkeit, dass wir uns nicht erkranken werden, auch wenn wir im Kontakt mit einem infizierenden Virus kommen. Ein berühmtes Beispiel gibt es von Max Pettenkofe, der die Behauptung Robert Kochs widerlegen wollte, dass jeder Mensch, der sich mit Cholera- Bazillen infiziert wird, krank wird. Er gar eine Reinkultur von Cholera-Bazillen auf Brot gestrichen gegessen und hat sich nicht erkrankt.

Anders gesehen kann man auch vermuten, dass menschliche Krankheiten oft eine gewisse (Kommunikations-) Funktion erfüllen. Sie wollen uns etwas mitteilen bzw. sie sind ein Lösungsversuch vom Geist und Körper, um Veränderung hervorzurufen. Ist man bei der Arbeit unter viel Stress und Druck, dann ist es wahrscheinlicher, dass man sich verkühlen wird, wenn man im Kontakt mit einem Virus kommt. Wir werden dazu gezwungen, schwach zu sein, zu Hause zu bleiben und uns eine Auszeit zu erlauben. Die menschliche Erkrankung im Vergleich zu jenen der Tiere entsteht oft, weil etwas seelisch verarbeitet werden muss, z.B. Konflikte, die sich als funktionelle Organstörungen ausdrücken. Die menschliche Erkrankung kann man in dieser Hinsicht als Lebensgestaltende Kraft ansehen.