Was ist Manie?

Eine Manie ist symptomatisch das Gegenteil einer Depression. Symptome, für die Diagnosestellung, die wichtig sind, sind wie folgend:

  • Gehobene, teilweise auch gereizte (sogar aggressive) Stimmung
  • Antriebssteigerung
  • Ideenflüchtiges Denken
  • Fehlendes Krankheitsgefühl und mangelnde Kritikfähigkeit
  • Extremer, kaum unterbrechbarer Redefluss
  • Selbstüberschätzung bis hin zu Größenideen
  • Starke Ablenkbarkeit
  • Vermindertes Schlafbedürfnis und Libidosteigerung
Laut Die ICD-10 (eine weltweit anerkannte Diagnoseklassifikationssystem der Medizin) sind notwendig Charakteristika wie folgend:
  • Gehobene Stimmung
  • Steigerung der körperlichen und psychischen Aktivität

Darüber hinaus ist notwendig, dass die Symptomatik zu einer schweren Beeinträchtigung im Sozialleben führt. Sollten die Symptome weniger als eine Woche dauern, dann redet man von manischen Episoden aber nicht Manie.

Manie – ein Fallbeispiel

Eine 37-jährige, Frau P. wird in der Psychiatrie stationär aufgenommen, nachdem sie in den Wochen vorher zunehmend überaktiv wurde. Frau P. selbst meint, sie sei sehr beschäftigt in diese Zeit gewesen, „die Welt glücklich zu machen“. Eine gehobene Stimmung wurde dann zu einer vollständigen manischen Episode während einer Wochenendseminar und Frau P. schlief nun mehr 1-2 Stunden pro Nacht und war den ganzen Tag auf den Beinen. In dieser Zeit sprach sie auch viel und bemühte sich intensiv die Welt „glücklich zu machen“ – unter Anderem band sie Blumenkränze für die Nachbarn und sang mit Kindern am Spielplatz. Obwohl Familienangehörigen sie darum baten, sich stationär behandeln zu lassen, dies lehnt sie ab – sie fühle sich letztendlich extrem gut und habe noch viel zu erledigen. Letztendlich kann sie eine gute Freundin doch überreden, in die Psychiatrie zu gehen. Hier bekam sie ein Neuroleptikum (Zyprexa®), das gut gegen akute Manien wirkt. In den Wochen danach stabilisierte sich den Zustand von Frau P. und sie wurde zur weiteren Phasenprophylaxe mit Lithium medikamentös behandelt. Es wurde mit ihr ausführlich die Wichtigkeit einer regelmäßigen und eventuellen jahrelangen Einnahme von Lithium besprochen.