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Interview mit Kevin J. Hall

Psychotherapeut, Paartherapeut, Systemischer Coach

„Psychotherapie und Coaching sind nicht nur unter ihren wissenschaftlichen Aspekten zu verstehen, sie sind auch mit Kunst zu vergleichen. Sie haben mit Eleganz und Ästhetik zu tun. Sie beschäftigen sich mit der Kreation von Bildern, Metaphern, Geschichten und Konstellationen. Sie erzielen eine neue Formfindung und Gestaltung von Beziehungen, inneren Strukturen und Repräsentationen …“ 

Welche KlientInnen sind bei Ihnen besonders gut aufgehoben?

Als systemischer Familientherapeut arbeite ich naturgemäß viel mit KlientInnen, bei denen der Fokus auf Familie oder Beziehungen liegt. Das kann sehr viele Ausprägungen mit sich ziehen, wie etwa Konflikt, Umgang mit Aggression oder der Wunsch mit Krisensituationen besser klar zu kommen. Als Coach decke ich ähnliche Themen ab, jedoch im Bereich Business. Dann gibt es auch bereichsübergreifende Themen, mit denen ich viel und gerne arbeite wie zum Beispiel Stress, Depressionen, Angst, Panik, Burnout, psychosomatische Beschwerden, Trauma und Trauer.

Da ich englischer Staatsbürger bin, sind auch KlientInnen, die einen hohen Wert auf Internationalität legen und einen English Native Speaker suchen, bei mir sehr gut aufgehoben.

Kevin J. Hall, Psychotherapeut & Business-Coach

Wie kamen Sie zu ihrem Beruf als Psychotherapeut und Coach?

Über viele Ecken! Ich habe kognitive Wissenschaft (eine bunte Mischung aus Psychologie und Computerwissenschaft) studiert. Danach standen mir beruflich zwei Richtungen offen: Psychologie oder EDV, und ich habe mich zuerst für Zweiteres entschieden. Einige Jahre später habe ich erkannt, dass mir die Psychologie doch sehr fehlt, und folglich habe ich die Ausbildung zum Coach und dann anschließend zum Psychotherapeuten gemacht.
 

Was hat Sie bewogen, gerade Ihren Beruf zu ergreifen?

Ich habe nach einem Beruf gesucht, der mir einen Sinn gibt und in dem ich anderen Menschen helfen kann. Kommunikation hat mich immer sehr fasziniert. Ich lege großen Wert auf Empathie, Authentizität und Ehrlichkeit. Nach vielen Jahren in der Wirtschaft habe ich erkannt, dass diese Attribute hier für mich zu kurz kommen, daher habe ich mich beruflich anderweitig orientiert. Mit Coaching und Psychotherapie habe ich nun genau das gefunden, wonach ich gesucht habe.

Welche besonderen Fähigkeiten sind Ihrer Meinung nach in Ihrem Beruf gefordert?

Empathie, Authentizität, Ehrlichkeit, Selbstreflexion, Neugierde, Kreativität und analytisches Denken.
 

Weshalb haben Sie sich gerade für Ihre Arbeitsschwerpunkte entschieden?

Die offizielle Antwort würde lauten, dass mich das Fachgebiet der Regulierung von Emotionen und Spannungen faszinieren. Die inoffizielle Antwort lautet, dass aus meiner Sicht die Themen nicht vom Therapeuten ausgesucht werden, sondern sie suchen den Therapeuten aus! Letzteres hat viel mit der eigene Biografie und den Persönlichkeitsmerkmalen zu tun.
 

Was erachten Sie als Ihren bisher größten beruflichen Erfolg?

Bereits in mehreren europäischen Ländern beruflich und privat Fuß gefasst zu haben und mit meinem jetzigen Beruf und dem Land, in dem ich lebe, nun endlich zu Hause angekommen zu sein.
 

Wodurch glauben Sie, könnten die Menschen vermehrt für Ihre Dienstleistungen interessiert werden?

Wenn ich es erfolgreich und glaubwürdig vermitteln kann, dass Glücklich-Sein lehr- und lernbar ist.
 

Arbeiten Sie auch mit BerufskollegInnen oder mit ProfessionistInnen aus anderen Berufsgruppen zusammen?

Ja, mit KollegInnen aus verwandten Gesundheitsberufen wie Psychiatrie, Kinesiologie, Psychologie, Ergotherapie, Massage und Physiotherapie sowie mit KollegInnen aus anderen psychosozialen Berufen wie SozialarbeiterInnen, Lebens- und SozialberaterInnen und LehrerInnen.
 

Was ist der Unterschied zwischen Psychotherapie, Coaching und psychologische Beratung?

Psychologie ist eine wissenschaftliche Disziplin. Sie gehen zu einem Psychologen, wenn Sie einen psychologischen Rat bekommen möchten und zwar auf der Basis von psychologisch-wissenschaftlicher Logik. Psychotherapie und Coaching sind nicht nur unter ihren wissenschaftlichen Aspekten zu verstehen, sie sind auch mit Kunst zu vergleichen. Sie haben mit Eleganz und Ästhetik zu tun. Sie beschäftigen sich mit der Kreation von Bildern, Metaphern, Geschichten und Konstellationen. Sie erzielen eine neue Formfindung und Gestaltung von Beziehungen und innerlichen Strukturen und Repräsentationen. Im optimalen Fall werden jene Strukturen und Gestalten, die für KlientInnen unbefriedigend sind, gegen neue ausgetauscht, die als ästhetisch ansprechend und anziehend empfunden werden.
 

Bieten Sie auch selbst Veranstaltungen an (Seminare, Workshops, Gruppen, Vorträge usw.)?

Auf Anfrage biete ich Seminare, Workshops, Gruppen und Vorträge zu den Themen Konflikt, Kommunikation, psychosoziale Gesundheit, Coaching und Psychotherapie an.
 
Interview mit Kevin Hall, Psychotherapeut & Business Coach

Welches Ziel wollen Sie in Ihrem Beruf noch erreichen?

Ich würde gerne ein Buch schreiben. Wahrscheinlich wird das zum Thema Paartherapie oder Beziehungen sein.
 

Was bedeutet für Sie Glück?

Glück ist etwas sehr Persönliches, und die Bedeutung ist für jeden Menschen daher unterschiedlich. Für mich ist Glück ein Gefühl der Zentriertheit, in der Mitte angekommen und in dem Universum gut eingebettet zu sein.
 

Wenn Sie die berühmte "Gute Fee" nach drei Wünschen fragen würde, welche würden Sie äußern?

Dass meine Tochter, meine Frau und ich ein erfülltes, gesundes und glückliches Leben führen. Eigentlich sind das 3 Wünsche aber wenn ich mir doch noch zwei Dinge noch wünschen darf….

Dass ich mit zunehmendem Alter stets weiser und zentrierter werde.
Dass ich durch meine Arbeit der Welt etwas Wertvolles zurückgeben kann.
 

Welche drei Gegenstände würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Meine Musiksammlung, mein Windsurfbrett und ein gutes Buch.
 

Was ist Ihr Lebensmotto?

Das Leben ist nicht so, wie es sein sollte. Es ist so, wie es ist. Wie man damit fertig wird, macht den Unterschied aus. (Virginia Satir)
 

Was ist ihr Lieblingsbuch?

Wahrscheinlich „Der kleine Hobbit“ von J.R.R. Tolkien, aber es könnte auch fast eine der Harry Potter Bücher sein.
 

Was tun Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Windsurfen, snowboarden, Mountain-biken, laufen, fotografieren, kochen und Zeit mit meiner Familie und Freunden verbringen.
 

Was hat Sie nach Österreich gebracht?

Nein, nicht die Liebe – oder nicht hauptsächlich. Ich habe während meines ersten Studiums ein Auslandsjahr in Österreich (Innsbruck) verbracht. Das Land und die Leute haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Ich habe es mir damals zum Ziel gesetzt, zurückzukommen. Und das ist mir auch gelungen, als ich 2000 ohne Wohnung und ohne Job in Wien ankam!

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