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Hypnotherapie und klinische Hypnose

Psychotherapie & hypnosystemisches Coaching bei WISH Mindscience in 1140 Wien

Alles, was fasziniert und die Aufmerksamkeit eines Menschen festhält oder absorbiert, könnte als hypnotisch bezeichnet werden.
Milton H. Erickson / Ernest L. Rossi, in „Hypnotherapie. Aufbau, Beispiele, Forschungen“

Was ist Hypnose?

Hypnose ist ein Alltagsphänomen. Wir erleben jeden Tag Trance-Zustände, wie etwa beim Tagträumen

Hypnose ist ein Alltagsphänomen, z.B. beim Tagträumen.
Bild von Christopher Michel @ flickr, Lizenz: CC BY 2.0

Hypnose ist grundsätzlich ein Alltagsphänomen. Wir erleben jeden Tag Trance-Zustände, auch wenn wir sie als solche nicht erkennen. Tagträumen und so in den Gedanken vertieft zu sein, dass man nicht mehr merkt, was um sich herum passiert sind zwei Beispiele davon, und es gibt viele weitere: Egal ob von einem Film, Buch oder wichtigem Projekt gefesselt, beim Autofahren auf der Landschaft fixiert oder mit einem Lieblingshobby intensiv beschäftigt, unsere Aufmerksamkeit ist stark auf einen Punkt fokussiert, dass wir weder den Verlauf der Zeit noch andere nicht damit verbundene Ereignisse bemerken. Das ist Trance.

Ein Trance-Zustand ist das, was wir in Hypnose erleben. Der Unterschied zwischen Hypnose und spontan entstehenden Trance-Zuständen, ist die bewusste Zielsetzung. (Selbst-)Hypnose setzt eine spezifische Motivation voraus (wenn nur Entspannung) und macht sich sogenannte „Suggestionen“ oder mentale Vorschläge zunutze, um ein spezifisches Ziel zu erreichen. In Hypnose wird das Trance-Phänomen kanalisiert, um ein gewünschtes Ergebnis (z.B. Schmerzlinderung, Abschalten, Energie-Auftanken) zu erreichen.

In Hypnose sind Suggestionen viel wirkungsvoller als unter normalen Bedingungen, wie etwa wenn man sich etwas durch Logik und Rationalität einzureden versucht. Dies liegt daran, dass Letzteres öfters von Gedanken der Skepsis und Kritik gekontert wird, wohingegen in einem hypnotischen Zustand, die bewusste Kritik ausgeschaltet wird. Suggestionen scheinen durch die hypnotische Fokussierung und Wahrnehmungsänderung direkt das Unbewusste zu erreichen.

Der Begriff „Unbewusst“ bezieht sich auf Bereiche, die auf bewusstem und willkürlichem Weg nicht zugängliche sind. Ein Beispiel: Mit bewussten Vorgängen kann man weder die eigene Herzfrequenz um 10% beschleunigen noch die Handtemperatur 1-2 Grad erhöhen. In einem hypnotischen Zustand sind Veränderungen von biochemischen, physiologischen und emotionalen Prozessen und Anteilen wohl möglich.

Mythen und Vorurteile über Hypnose

 
„Hypnosis ist ein schlafähnlicher Zustand“
Hypnose ist nicht mit dem Schlafen gleichzusetzen, auch wenn jemand, der sich in einem hypnotischen Zustand befindet, durchaus den Anschein eines schlafenden Menschen haben kann. Interessanterweise haben Gehirnwellenmuster von in Hypnose versetzten Personen sogar mehr Ähnlichkeit mit einem Wachzustand als mit einem Schlafzustand.
 
„Hypnose ist nur bei leichtgläubigen Personen anwendbar“
Trance ist ein häufig auftretendes Phänomen, das wir alle täglich erleben (siehe Was ist Hypnose, oben). Hypnose ein Verfahren, bei dem dieser Zustand zunutze gemacht wird, um den Zugang zu unbewussten Ressourcen und Fähigkeiten zu ermöglichen. Dieses Phänomen wird mittlerweile auch im Bereich Performance-Coaching verwendet, um Sportler, Politiker, Schauspieler und Musiker u.a. zu unterstützen, Hochleistungen zu erbringen.
„Jemand kann im hypnotischen Zustand zu unfreiwilligen Handlungen und Aussagen gezwungen werden“
Ideen, dass jemand unter Hypnose zu etwas gezwungen werden kann, stammen oft aus Büchern oder Filmen, die Hypnose zum Teil der Dramaturgie machen. Sie können auch Eindrücke von Menschen sein, die Bühnenhypnose erlebt haben. Die Hypnose-Forschung konnte allerdings bisher keinen Beweis dafür finden: Menschen werden anscheinend nur jenen hypnotischen Suggestionen folgen, die sich nach ihren grundlegenden Interessen richten. Werden Sie in tiefer Hypnose dazu aufgefordert, ignorieren Sie schlicht den Befehl oder wachen aus der Trance auf.

Dennoch ist es zu empfehlen, sich nur von Personen, die nach professionellen und ethischen Maßstäben ausgebildet wurden, hypnotherapeutisch behandeln zu lassen. In Österreich können Sie zum Beispiel davon ausgehen, dass Personen, die als Psychotherapeuten eingetragen sind und Ausbildungs- oder Fortbildungserfahrung in Hypnotherapie aufweisen können, sich dazu eignen.

„In der Hypnotherapie wird man in einer Hypnose >>versetzt<< und es wird am Symptom manipuliert bis es von alleine verschwindet“
Symptome haben meistens ihre Geschichte und ihren Sinn. Man kann sie nicht einfach „wegzaubern“. Angst, zum Beispiel, hat eine bestimmte und legitime Funktion. Sie dient als Warnung, dass etwas nicht stimmt oder gar gefährlich ist. So werden Sie Gefahren nicht angstfrei begegnen können, auch wenn Sie im Rahmen einer hypnotischen Übung die Suggestion dazu bekommen haben. In Hypnose wird der Zugang zu einem Bewusstseinszustand ermöglicht, in dem neue Kräfte und Ressourcen mobilisiert werden, damit man selbstständig das Problem lösen kann. Wie genau das passiert, wird in dem nächsten Abschnitt behandelt.

Phänomene der Hypnose – was passiert mit Geist und Körper in der Hypnose?

Ein hypnotischer Zustand bewirkt eine Entkrampfung auf der seelischen und körperlichen Ebenen. Es kommt zu einer Tiefenentspannung und einer vegetativen Umstellung (vertiefte ruhigere Atmung, Senkung der Pulsfrequenz, des Muskeltonus und der Herzrate, verlangsamter Metabolismus usf.), die körperliche Heilungsprozesse unterstützt. Durch die Freisetzung von Kreativität und der Erweiterung des inneren Bezugsrahmens wird psychischer Freiraum gewonnen und dadurch die Handlungsspielräume erweitert.

Der Einfluss der inneren Kritik wird marginalisiert und somit ist die Psyche frei, auf konstruktive und positive Suggestionen einzugehen. Es kann zu einer Stärkung der Persönlichkeit (eine sogenannte Ich-Stärkung) kommen, die die Autonomie fördert.

Bevor man mit einem Hypnoseverfahren beginnt, ist es wichtig, sich zu fragen, wofür man sich in Hypnose versetzen möchte. Mögliche Ziele könnten zum Beispiel sein, mit Spannungen anders umgehen zu lernen; mehr Gelassenheit in bestimmten Situationen entwickeln zu können; eine Perspektivenänderung anzuregen. Hier soll vorab überprüft werden, ob das Ziel realistisch ist, in der eigenen Verantwortung liegt und ob es Konsequenzen (jedes Ziel hat einen gewissen Preis und sei es manchmal nur der damit verbundene Aufwand) gibt, die tragbar sind.

Wie kann ich mir den Verlauf einer Hypnose vorstellen?

Die Choreografie einer Hypnose sieht so aus:
Tranceinduktion, z.B. Aufmerksamkeitsfokussierung über Körperentspannung
Geführte Imagination, z.B. eine Reise an einem angenehmen inneren Ort, wo man zur Ruhe kommen und Kraft auftanken kann
Suggestionen, z.B. man kann alles hier bekommen, was man braucht, um ein gewisses Ziel zu erreichen
Trance-Exduktion – Aufmerksamkeitsfokussierung wieder im Hier und Jetzt in dem Therapieraum, auf den Körperextremitäten, Anleitung zum Gähnen, Wasser Trinken usf.

Wofür kann man Hypnose verwenden? Für welche Probleme ist sie nützlich?

Die Hypnose bzw. Hypnotherapie kann für eine breite Vielfalt an Themen eingesetzt werde. Hier einige Beispiele:

Bei Angst, Panik, Wut, Zorn und Frust: Emotionen regulieren, sich selber beruhigen und innere Sicherheit verschaffen lernen
Bei Depression und Antriebslosigkeit: Einen Zugang zur Neugier, inneren Kreativität und zur Lebensfreude finden und sich schwungvoll mit neuen Ideen füllen lassen
Bei chronischen und stark auftretenden Schmerzen: Einen Umgang lernen, der bei der Milderung, Linderung und Kontrolle von den Schmerzen hilft
Bei kreisenden Gedanken und Schwierigkeiten abzuschalten: Einfluss auf geistige Bilder und Dialoge auszuüben lernen, die Aufmerksamkeit zu fokussieren und eine innere Distanz von Stress und Druck zu bekommen
Bei Schlafstörungen und Einschlafschwierigkeiten: Lernen wohltuende Gedanken und Bilder einzuladen und zur Beruhigung, Entspannung und Erholung kommen zu können.
Bei Konflikt und Streit: Neue Verhaltensweisen und Zugänge imaginativ ausprobieren und neue Perspektiven und Lösungsideen anzuregen.
Bei Prüfungen, Lampenfieber und bei Hochleistungsaktivitäten: Selbstsicherheit und einen optimalen Zugang zu Ressourcen und Fähigkeiten erlangen.
Kevin J. Hall, Psychotherapeut & Business-Coach

Kevin Hall BSc, MSc. Business-Coach & Psychotherapeut. Fortbildung in klinische Hypnose, Hypnotherapie und Traumatherapie

Eine Auflistung von Themen, mit der ich im Rahmen von Psychotherapie und Coaching arbeite finden Sie hier:

Voraussetzung für Hypnose

Hypnose ist für jene Menschen optimal geeignet, die für Psychotherapie oder Coaching offen sind, Fantasie mitbringen und sich auf geistig rege Prozesse einlassen möchten. Das gesagt, kann Hypnose Personen auch dazu verhelfen, ihre Fantasie und rege gedankliche Prozesse erst zu entwickeln. Wichtige ist es dabei folgende Bereitschaft mitzubringen:
Für die therapeutische bzw. Coaching-Arbeit offen zu sein und sich anregen lassen zu wollen
Den Wunsch Neues (Gefühle und Handlungen) auf der inneren Bühne auszuprobieren
Die Fähigkeit, sich auf innere Bilder konzentrieren zu können
Nächste Schritte