Die Klärung von Arbeitskontext

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Systemische Psychotherapeuten und Coaches bezeichnen die Informationsvergabe über das Setting und der Therapierahmenbedingungen als die Klärung des Arbeitskontextes. Es gehören folgende Punkte dazu:

Informationen zu der PsychotherapeutIn / Coach

Üblich ist es, dass der/die Psychotherapeutin oder Coach am Anfang der ersten Sitzung ein paar Wörter über sich selber sagt, wie etwa:
  • Name und Grundberuf der PsychotherapeutIn
  • Mögliche Schwerpunkte und relevante Berufserfahrung
  • Wenn sich die Psychotherapeutin in Österreich in „Status“ (in Ausbildung unter Supervision) befindet, sollte dies und was es für KlientInnen bedeutet, erwähnt werden. Falls das Gespräch als Teil einer Prüfung (vor dem „Status“) stattfindet, sollte ausdrücklich erklärt werden, dass die Studierende berechtigt ist, psychosoziale Gespräche zu führen

Informationen zur Organisation und Setting

Hier wird die Einrichtung und jene eventuellen Besonderheiten und Rahmenbedingungen erläutert, wie zum Beispiel
  • Wir befinden uns in einer Ausbildungseinrichtung für systemische Familientherapie
  • Kamera oder Spiegelwand
  • Studenten, die hinter der Wand schauen, werden sofort aufstehen und das Beobachtungszimmer verlassen, sollten sie den Klienten kennen
  • Der Einsatz eines Reflekting-Teams: „am Ende des Gespräches werde ich zwei Kollegen bitten, hereinzukommen und uns eine Außensicht zu geben. Nach der Sitzung gibt es zwischen uns ein Nachgespräch. Ist das für Sie in Ordnung so?

Vertragsbezogene Informationen

Hier sollen alle Aspekte, die der rechtlichen Situation und des therapeutischen Auftrages betreffen, angesprochen werden, wie
  • Das Verschwiegenheitspflicht. Auch über sämtliche (Video-)Aufzeichnungen sowie die Einsichtsmöglichkeit für den Klienten. Anschliessend etwäige schriftliche Einverständnisse zur Aufzeichnungen von dem Klienten holen.
  • Wenn nicht schon telefonisch abgesprochen worden, finanzielle und Absageregelungen.
  • Die Abklärung des Arbeitsziels für das Erstgespräch sowie die Erklärung was am Ende passieren wird, wie etwa: „Die Idee ist hier heute festzustellen, ob Sie sich bei mir wohl fühlen können und ob diese Art von Gesprächen für Sie hilfreich sein könnten. Wenn Sie sich am Ende der Stunde entscheiden, dass dies der Fall ist, dann können wir über den weiteren Verlauf reden.

Sonstiges

Sonstige Punkte zu berücksichtigen:
  • KlientInnen fragen, ob sie etwas zum Kontext wissen, bzw. weitere Informationen zu etwas, das bisher gesagt wurde, haben möchten.
  • Wenn KlientInnen wollen, dass sich die TherapeutIn etwas veröffentlicht, zu dem er/sie nichts sagen möchte, dann ist eine mögliche transparente (und daher auch wertschätzende) Antwort: „Ich möchte das für mich behalten und ich würde Sie bitten, sich zu fragen, ob und welche Bedeutung, diese Frage für Sie hat“.
  • Wenn am Anfang der Sitzung Fragen zu wie viel Stunden notwendig sein werden kommen, ist es am Besten auf das Ende des Gespräches zu verweisen, z.B. „Ich möchte Ihnen etwas Qualifiziertes dazu sagen und bevor ich das tun kann, brauche ich mehr Information. Ich verspreche Ihnen, wir können am Ende der Stunde auf diese Frage zurückkommen, wenn ich mehr über Sie und Ihre Situation weiß“
  • Wenn Fragen zu „was ist systemische Familientherapie“ kommen, am besten ist es eine kurze prägnante (und unkomplizierte) Information zu geben, wie etwa „ST ist ein Therapieverfahren, bei dem die Überzeugung besteht, dass es für Lösungen soziale Zusammenhänge gibt. Diese sozialen Zusammenhänge haben eine große Auswirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Innere Gespräche sind auch von zentraler Bedeutung für Gesundheit und es gibt bestimmte Methoden bei der SF, die mit diesem Verständnis verbunden sind.“