Was ist ein Affekt?

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Ein Affekt ist eine Gemütserregung und hat eine Ausdrucksdimension, eine körperliche Dimension und eine motivationale Dimension. Zum Beispiel, ein Lächeln könnte ein Ausdruck für den Affekt Sympathie sein, Erröten die körperliche Dimension für den Affekt Scham und jemand der den Affekt Zorn empfindet, könnte dazu motiviert sein, mit seiner Hand auf dem Tisch zu hauen.

Ein anderes Beispiel: Ich gehe auf der Straße und höre in meiner Nähe das Motor eines Autos und plötzlich das Quietschen vom Bremsen und einen schrillen Schrei. Ich drehe mich schnell Richtung des Schreis hin und während ich so tue habe ich abgerissene Vorstellungen, ein momentanes Bild eines früheren Unfalls, eine kinästhetische Einstellung, die meine Meinung über Straßenverkehrsicherheit einschließt (die Ausdrucksdimension des Affektes). Ich habe eine Menge eindringliche Organempfindungen – ich zittere, ich atme stoßweise und breche in einem kalten Schweiß aus (die körperliche Dimension des Affektes). Trotz aller dieser unangenehmen Vorstellungen habe ich keine andere Wahl als in die Richtung des Schreis hinzuschauen (die motivationale Dimension) des Affektes. Wenn ich dieses Erlebnis später beschreiben würde, dann würde ich sagen, dass ich über den Schrei eines Kindes erschrocken wurde. Die eben genannten psychischen Vorgänge bilden allerdings den Affekt des Schreckes.

Der Affekt ist nicht das Gefühl. Der Affekt ist laut der Affekttheorie von Willhelm Wundt eine besondere Qualität von Gemütsbewegung, deren definierende Merkmale eine relative Quantität (in Relation zur Grundstimmung) und die Akzidenz der Erregung (Qualität – ansteigend, abklingend, aufwallend usw., Stärke, Dauer und physiologischer Wirkung). Die jeweilige Benennung des Affekts (z.B. Eifersucht, Trauer, Wut usw.) erhält der Effekt von der Emotion, die er in Gang bringt, bzw. die er sprachlich zugeordnet wird.